17. Juni 2009, 18 Uhr, Hermann Wolff-Saal, Philharmonie
Hörforum: NEUES VON FURTWÄNGLER?!
Zur Neuerscheinung von Konzertmitschnitten
der Berliner Philharmoniker unter Wilhelm Furtwänglers Leitung
Dr. Helge Grünewald im Gespräch mit Ludger Böckenhoff (Tonmeister und Produzent) und Klaus-Peter Groß (Tonmeister Berliner Philharmoniker)
mit zahlreichen Musikbeispielen

Von links nach rechts: Dr. Helge Grünewald (Dramaturg der Berliner Philharmoniker), Ludger Böckenhoff (Tonmeister und Produzent), Klaus-Peter Groß (Tonmeister der Berliner Philharmoniker)
Im Mai erschienen auf 12 CDs sämtliche Konzerte der Berliner Philharmoniker unter Leitung von Wilhelm Furtwängler, die der RIAS Berlin in den Jahren 1947 bis 1954 mitgeschnitten hat (Audite 21.403). Die sorgfältig edierte Box bringt bemerkenswert »Neues«: Zum einen enthält sie ganze Konzertprogramme, und man gewinnt so Einblick in Furtwänglers typische Programmdramaturgie. Zum anderen wird deutlich, dass er keineswegs nur konventionelle Programme dirigierte, sondern in Konzerten auch Novitäten wagte. Schließlich erlaubt sie den Vergleich der Interpretation ein und desselben Werkes im Abstand von wenigen Jahren (z. B. der Dritten Symphonie von Brahms).

Ein wichtiges Ziel der Edition war, »den Klang der Aufnahmen nicht zu verfälschen, ihn also nicht heutigen Hörgewohnheiten anzupassen, sondern ihn durch behutsame, aber intensive Bearbeitung freizulegen, insbesondere in Fällen, in denen sich das Ausgangsmaterial in schlechtem Zustand befand«. Im Gespräch mit Ludger Böckenhoff (Tonmeister und Produzent der Veröffentlichungen) soll anhand von Beispielen erläutert und hörbar gemacht werden, was »behutsame« und zugleich »intensive Bearbeitung« meint; wie die alten Rundfunkbänder bearbeitet wurden, und wie der Weg vom Original bis zur bearbeiteten Veröffentlichung aussieht. Hierbei spielen sowohl technische, als auch ästhetische Auffassungen des Dirigenten und des Tonmeisters der damaligen Aufnahme, aber erst recht des heutigen Bearbeiters eine entscheidende Rolle. Ein weiterer Gesprächspartner ist Klaus-Peter Groß, der als Leitender Tonmeister in der Philharmonie durch eigene Erfahrung mit diesen Fragen bestens vertraut ist.
Stiftung Berliner Philharmoniker & Wilhelm-Furtwängler-Gesellschaft
