Hörforum: NEUES VON FURTWÄNGLER?! (Update: mit Bildern der Veranstaltung)

17. Juni 2009, 18 Uhr, Hermann Wolff-Saal, Philharmonie

Hörforum: NEUES VON FURTWÄNGLER?!
Zur Neuerscheinung von Konzertmitschnitten
der Berliner Philharmoniker unter Wilhelm Furtwänglers Leitung

Dr. Helge Grünewald im Gespräch mit Ludger Böckenhoff (Tonmeister und Produzent) und Klaus-Peter Groß (Tonmeister Berliner Philharmoniker)
mit zahlreichen Musikbeispielen

Einladung zum Film: "Findet Mendelssohn – Eine Berliner Spurensuche mit Jörg Thadeusz" am 13. Mai 2009

In der Berliner Philharmonie wird zur Zeit anläßlich des 200.
Geburtstages eine Ausstellung "FELIX" gezeigt. Im Begleitprogramm wird ein Film gezeigt:

"Findet Mendelssohn – Eine Berliner Spurensuche mit Jörg Thadeusz"
Autorin Beatrix Conrad, eine Produktion von Radio Berlin-Brandenburg.

Der Eintritt ist kostenlos und der Film dauert ca. 45 Minuten.

Der Termin der Filmvorführung ist Mittwoch, der 13. Mai, 18 Uhr.
Ort: Hermann-Wolff-Saal

Wir freuen uns, wenn wir hierbei Mitglieder der Furtwängler-Gesellschaft treffen und mit ihnen sprechen können.

Einladung zur Mitgliederversammlung am 29. 3. 2009 in Berlin

Der Vorstand der Wilhelm-Furtwängler Gesellschaft e. V. lädt alle Mitglieder zur Mitgliederversammlung am 29. 3. 2009 in den Green Room der Philharmonie in Berlin ein.

In memoriam Werner Thärichen

Musiker und Kulturkritiker
Werner Thärichen (18.8.1921 – 24.4.2008)

Mit Werner Thärichen, der am 24. April 2008 im Alter von 87 Jahren starb, hat nicht nur Berlin einen bedeutenden Musiker verloren. Thärichen war ein umfassend gebildeter und vielseitiger Musiker und bis zuletzt ein streitbarer, kulturkritischer Geist: Musiker, Dirigent, Hochschullehrer, Komponist, Musikschriftsteller.

1921 in Neuhardenberg geboren, studierte er 1937 bis 1940 an der Berliner Musikhochschule Schlagzeug, Flöte, Klavier, Komposition und Dirigieren. Nach Engagements an der Berliner Volksoper und der Hamburger Staatsoper kam er am 1. Mai 1948 zu den Berliner Philharmonikern, deren 1. Solopauker er bis 1984 war. Zeitweilig war Thärichen auch im Fünferrat und Vorstand des Orchesters. Einige Jahre lehrte er Orchesterleitung an der Hochschule der Künste in Berlin.

Der Schriftsteller Werner Thärichen erregte 1987 Aufsehen mit seinem Buch Paukenschläge – Furtwängler oder Karajan, einer kritischen Auseinandersetzung mit den beiden Philharmonischen Chefdirigenten des 20. Jahrhunderts, die er aus eigener Anschauung erlebte. Thärichen ging es dabei um die Schilderung der Arbeitsweise und der Interpretationen dieser beiden gegensätzlichen Künstlerpersönlichkeiten. Und er machte kein Hehl aus seiner Bewunderung und Bevorzugung Furtwänglers. In Immer wieder Babylon oder Musik als Sprache der Seele (1991) ging es ihm nicht nur ums Musizieren, sondern um Grundsätzlicheres: die Hybris menschlichen Handelns, die unkritische Verherrlichung des Fortschritts, aber eben auch um den „schöpferischen Impuls in jedem Menschen“.

Thärichen schrieb mehr als 70 Kompositionen, die unter anderem unter Leitung von Sergiu Celibidache, Eugen Jochum und Herbert von Karajan zur Uraufführung kamen. Besonders bekannt wurde sein Konzert für Pauken und Orchester (1954), das Thärichen häufig sowohl als Solist wie als Dirigent im In- und Ausland aufführte. In Konzerten der Berliner Philharmoniker waren u. a. „Die Orchesterversammlung“ (1965) und „Paukerkrieg“ zu hören. Bis zuletzt arbeitete er an der Oper «Nur noch 40 Tage» über die biblische Jona-Geschichte, die 2010 in Potsdam uraufgeführt werden soll.
Die Wilhelm-Furtwängler-Gesellschaft gedenkt Werner Thärichens als eines lauteren und warmherzigen Menschen, der als Musiker die außerordentlichen Gaben Wilhelm Furtwänglers als Orchesterleiter und die Lebendigkeit seines Musizierens immer wieder in Erinnerung gerufen hat und für ihre bleibende Bedeutung auch als Lehrer eingetreten ist.